Selbsthilfegruppe Leukämie Landshut e.V.
 
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Leukämie

Leukämie was ist das?


(entnommen aus dem "Informationsblatt Leukämien" der Internistischen Praxisgemeinschaft Dr. med. Ursula Vehling-Kaiser und Dr. med. Doris Greif; vielen Dank dafür!)

Man unterscheidet zwischen akuten und chronisch Leukämien. Der Begriff Leukämie stammt aus dem Griechischen und bedeutet zu viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten).

Leukämien entstehen im Knochenmark, die Leukämiezellen werden auch Blasten genannt und sind unreife weiße Blutkörperchen, die sich durch eine schnelle Wachstumsphase auszeichnen.

Leukämien können verursacht werden durch Strahlen, durch Insektenbekämpfungsmittel, Pflanzenschutzmittel oder auch druch eine Chemotherapie anderer bösartiger Tumoren.

Vor allem können Sie auch, was meist nicht bekannt ist, durch Zigarettenrauch verursacht werden.

Nachdem eine Leukämie entstanden ist, verdrängen die rasch wachsenden Blasten im Knochemark die normalen Knochenmarkszellen, die weißen Zellen (Leukozyten), die roten Zellen (Erythrozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Dadurch treten die typischen Kennzeichen einer Leukämie, nämlich die Blutarmut (Anämie) verbunden mit Blässe der Haut und Atemnot auf. Zusätzlich leiden viele Patienten durch einen Mangel an weißen Blutkörperchen an schweren Infektionen im Mundbereich aber auch an der Haut oder vorm allem auch im Bereich der Atemwege. Des Weiteren können Blutungen durch die fehlenden Blutplättchen auftretet, die sich in Form von Blutergüssen oder flostichartigen Blutungen oder auch schweren Nasenbluten äußern können.

Man unterscheidet zwei große Gruppen akuter Leukämien:

Die akute lymphatische Leukämie, von der vor allem Kinder betroffen sind.

Die akute myeloische Leukämie, die eher eine Leukämie des Erwachsenenalters darstellt.

Akute Leukämien müssen nach Diagnosestellung, die in der Regel aus dem Blutbild erfolgt, sofort in ein großes hämatologisches Zentrum überwiesen werden, da eine Verzögerung der Therapieeinleitung unter Umständen zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Heute können Leukämien bei Kindern bis zu 80% der Fälle auf Dauer geheilt werden, bei Erwachsenen sind die Zahlen deutlich schlechter, aber auch hier erreicht man eine Dauerheilung von bis zu 40%.

Ein anfängliches Ansprechen der Leukämien ist aber in den meisten Fällen zu erreichen, leider entwickelt aber ein Teil der Patienten einen Rückfall der Leukämie, ein so genanntes Rezidiv. Um die Heilungschancen zu verbessern oder einen Rückfall behandeln zu können, stehen neben den üblichen Chemotherapien eine Knochenmarktransplantation zur Verfügung.

Diese kann als so genannte autologe Knochenmarktransplantation durchgeführt werden, bei der eigenes Knochenmark entnommen wird, häufig mit chemischen Mitteln behandelt wird und danach mit der hoch dosierten Chemotherapie behandelten Patienten zurück infudiert wird.

Dieses Verfahren kommt bei akuten Leukämien relativ selten zur Anwendung, häufiger sind die so genannten allogenen Knochenmarkstransplantationen, also der Einsatz von Knochenmark von Geschwistern oder von Fremdspendern.

Um einen passenden Knochenmarkspender zu finden, muss eine Blutuntersuchung auf ein so genanntes HLA-System, ein in den Chromosomen verankertes System, durchgeführt werden. Die Blutgruppen zwischen Spender und Empfänger müssen nicht gleich sein. Pro Geschwister besteht die Chance von 25% als Spender für ein erkranktes Geschwister in Frage zu kommen. Sind keine Geschwisterspender vorhanden, muss europa- oder weltweit in einer Knochenmarkspenderdatei ein passender Spender gesucht werden.

Im Gegensatz zu den akuten Leukämien beginnen die chronischen myeloischen Leukämien sehr langsam, sie gehören zu den so genannten myeloproliferativen Erkrankungen und haben primär keine lebensbedrohlichen Aspekte, können aber ohne Behandlung leicht in eine akute myeloische Leukämie übergehen (Blastenschub).

Während bis vor einigen Jahren auch hier die Knochenmarkstransplantation einen festen Platz in der Therapie hatte, ist heutzutage eine Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer (Imatinib), der in Form von täglich einer Tablette gegeben wird, möglich. Hiermit könne die Patienten vollständig von ihrer Leukämie geheilt werden, d.h. Sie erreichen eine molekulare und zytogenetische Remission. Voraussetzung zum Anhalten dieser Remission und damit einer dauerhaften Heilung ist die ständige Einnahme des Medikamentes. Nach Absetzen tritt sehr schnell ein Rückfall der chronischen myeloischen Leukämie auf.

Knochenmarkstransplantationen werden bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML) heute nachezu nur noch bei Patienten eingesetzt, die auf eine orale Therapie nicht ausreichend ansprechen.

Die so genannte chronisch lymphatische Leukämie (CLL) ist eine Untergruppe der so genannten Lymphome oder Lymphdrüsenkrebs.

Die chronisch lymphatische Leukämie ist eine Erkrankung, die vor allem bei älteren Patienten auftritt und häufig nicht behandelt werden muss. Besteht eine Behandlungsindikation stehen ausreichend Medikamente zur Verfügung, die entweder als Tabletten oder als Infusion verabreicht werden. Obwohl eine Heilung dieser Erkrankung in den meisten Fällen nicht möglich ist, führt sie auf Grund ihres langsamen und milden Verlaufs in der Regel nicht zum Tod des betroffenen Patienten.





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